Schulpartnerschaft Seit dem Jahre 2003 besteht die Schulpartnerschaft mit der Brighton Steiner School/GB. Gegenseitige Besuche von Klassen der Mittelstufe und von Kollegen sowie die Pflege von Brief- und Email-Kontakten kennzeichnen die gegenwärtigen Beziehungen. Es besteht außerdem die Möglichkeit eines individuell gestalteten Schüleraustausches. Außerdem befindet sich dort eine Sprachschule im Aufbau. Email:
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Lockere Kontakte bestehen zur Freien Waldorfschule Warschau/PL. Auslandsaufenthalte Auslandsaufenthalte für Oberstufenschüler werden begrüßt. Die Begegnungen mit Menschen anderer Kulturkreise wirken sich durchweg positiv auf die Entwicklung der Persönlichkeit aus. Hier der Bericht einer unserer Schülerinnen: Ein Schuljahr in den USA Ja, so ein Schuljahr im Ausland ist und bleibt ein besonderer Moment im Lebenslauf. Nachdem wir die 8.Klasse gut gemeistert und das erste Jahr in der Oberstufe hinter uns gebracht hatten, schien mir die 12. und 13. Klasse, in der es erst wieder richtig aufregend werden sollte, noch sehr fern. Ich wollte bis dahin noch etwas Besonderes erleben und etwas Anderes kennenlernen. Eine Bekannte von meinem Onkel erzählte mir von ihren Kindern, die alle ein Jahr im Ausland verbracht hatten. Sie erzählte von den anderen Kulturen, Traditionen und Lebensweisen, die sie kennen lernten, von der Aufregung, den neuen Freundschaften, die sie schlossen, die bis heute noch halten, von der Erfahrung, ein Jahr ganz selbstständig zurechtzukommen. Dies faszinierte mich sehr, dies hörte sich wirklich nach Lernen durch Erleben an und was ich durch noch soviel in die Schule Gehen (sogar auf die Waldorfschule) niemals lernen würde. So fing ich Anfang der 10.Klasse an. mich über ein Jahr im Ausland zu informieren. Zuerst schreckten mich die hohen Preise ab, aber mein Onkel und auch meine Eltern fingen an, mich immer mehr dazu zu ermutigen. Mein Onkel fand auch eine Familie in seinem weiten Freundeskreis, die bereit war, mich für ein Jahr aufzunehmen. Meinen Eltern war es nämlich lieber, mich bei einer Familie zu wissen, die mein Onkel gut kannte. Da die Schule in den USA jedoch mich nicht aufnehmen wollte, ohne dass das Ganze über eine Austauschorganisation lief, bewarb ich mich beim AFS in Deutschland für ein Schuljahr in den USA und meine Familie aus den USA bewarb sich als Gastfamilie beim AFS in den USA. Nachdem ich nach zwei Auswahlverfahren bei AFS angenommen wurde, begann der Papierkrieg! Es mussten Selbstbeschreibungen (auf Englisch) geschrieben werden, haufenweise Papiere über Familie, Hobbies, Schule… ausgefüllt werden, Arztatteste, Zeugnisse und der Höhepunkt war der Antrag für das Visum. Ich dachte zwischendurch, dass diese Bürokratie nie aufhören würde, doch dann war es endlich soweit. Am 11.8.06 flog ich mit ca. 100 weiteren AFSlern vom Frankfurter Flughafen los und war dann acht Stunden später in New York. Die ersten drei Wochen verbrachte ich noch bei einer Übergangsfamilie, da meine Jahresfamilie noch im Urlaub war. Diese Übergangsfamilie machte mich langsam mit der amerikanischen Kultur bekannt und nahm sich viel Zeit, sich mit mir zu „unterhalten“ (was am Anfang doch noch sehr schwierig war). Es war jedenfalls immer sehr spannend zu sehen, wo sie nun wirklich mit mir hingingen, da ich meist nur Bruchteile von dem verstand, wenn sie mir erklärten, wo es als nächstes hingehen sollte. Dann kam ich schon bald zu meiner Jahresfamilie nach Princeton (New Jersey), das liegt zwischen New York City und Philadelphia. Das ist eigentlich keine „typische“ amerikanische Stadt. Dort laufen viele bekannte Leute herum, da in Princeton die drittbeste Universität der Staaten ist, dorthin ist z.B. Albert Einstein ausgewandert. Meine Familie hatte drei Kinder. Ich hatte zwei Brüder, und eine Schwester (bei der ich mit im Zimmer wohnen durfte). Mein Vater kam ursprünglich aus dem Iran und die Familie meiner Mutter kam aus Polen. Ich wurde herzlich aufgenommen und in die Familie integriert. Meine Gastgeschwister halfen mir beim Englisch Lernen, indem sie mich stets korrigierten, zeigten mir, was man für Musik in den USA hörte und viele andere amerikanische Bräuche. Meine Gastmutter kümmerte sich immer um das Organisatorische in der Schule und ermöglichte mir an Freizeitaktivitäten teilzunehmen (was in meinem Fall ziemlich viel war). Mein Gastvater half mir stets und unermüdlich vor allem in Mathe, da dies doch ein etwas anspruchsvollerer Kurs war und er den Anspruch hatte, dass ich gute Noten in der Schule hatte. Die Schule war ein Kapitel für sich. Diese füllte eigentlich den ganzen Tag. Ich hatte jeden Tag bis drei Uhr Schule und jeden Tag den gleichen Stundenplan: Geschichte, Englisch, Pause, Mathe, Chemie, Sport, frei, Theater, Französisch. Am Anfang verstand ich auch gar nichts und mir hatte man erzählt: „Ach, in den USA, da sind die Anforderungen nicht so hoch, alles nur Multiplechoice Tests.“ Tja, Pustekuchen, aber nicht in Princeton! Da gab es ziemlich helle Köpfe und das Niveau war etwas höher. Doch auch daran gewöhnte ich mich. Ich fing dann auch an Sport zu machen, natürlich in einer Schulmannschaft, anderes gibt es dort nicht. Ich fing mit Cross Country an, da man dies auch ohne Vorkenntnisse ganz gut machen konnte. Jetzt war ich gut beschäftigt: Montags bis samstags jeden Tag nach der Schule Training, laufen, laufen, laufen. Ich frag mich bis heute, wie ich das gemacht habe, Doch es war gut, so wurde ich in den Freundeskreis aufgenommen und ich war beschäftigt. Die Freunde nahmen mich dann in den Amnesty International Club und den Environmental Club mit, oder wir trafen uns, um Disneyfilme anzuschauen und haben bei der Gelegenheit deutsche Lebkuchen gebacken. Ich wurde dann mal hier auf ein Konzert oder da auf einen Ausflug oder eine Demo in New York mitgenommen, die Amerikaner waren stets offen und freundlich und darum bemüht, mir als Europäer ihr Land zu zeigen. Meine Gastfamilie nahm mich in den Weihnachtsferien mit in ihren Urlaub nach Kalifornien. In den Osterferien besuchte ich meinen Onkel in Chicago. So sah ich viele verschiedene Bruchteile von den USA und bekam das Gefühl für die riesige Größe dieses Landes. So lernte ich zu verstehen, warum dort alle Auto fahren. Mit dem Fahrrad wäre es gar nicht möglich diese Entfernungen zu bewältigen und wenn man einen sinnvollen Eisenbahnverkehr einrichten wollte, wäre man ewig dabei zu bauen und es würden unendliche Massen an Rohstoffen drauf gehen. Damit es mir im Winter nicht langweilig wurde, spielte ich bei der Mädchen Ice Hockey Mannschaft mit und im Frühling lernte ich dann Ultimate Frisbee kennen (was wohl eine Freundschaft fürs Leben bleiben wird). Während des Jahres gab es drei Höhepunkte, das waren die AFS Wochenenden. Dort kamen die Austauschschüler aus aller Welt, die durch AFS in New Jersey das Jahr verbrachten, zusammen. Dadurch lernte man sozusagen die ganze Welt kennen. Doch bald kam schon der Prom (Abschlussball), der Höhepunkt des Schuljahres und der letzte Schultag. Damit ging auch meine Zeit in den USA zu Ende und es hieß Abschied nehmen von den vielen guten Freunden und meiner Familie, die ich sehr lieb gewonnen habe. Jetzt musste ich zurück nach Deutschland, wo sich auch alles verändert hatte, Familie, Freunde, Schule und es hat doch eine ziemlich lange Zeit in Anspruch genommen, bis ich wieder mich eingelebt hatte, allein schon der deutschen Sprache wieder mächtig zu werden! Abschließend kann ich nur jedem wünschen, auch die Möglichkeit zu bekommen, ein Schuljahr im Ausland verbringen zu dürfen. Es kommt nicht auf das Land und die Sprache an, sondern auf das, was man in diesem Jahr an Selbstständigkeit und Selbstsicherheit und vor allem an neuen Freundschaften gewinnt. Tamara Köke Im Rahmen eines Austausches nehmen wir wiederum gerne Jugendliche aus anderen Ländern als Gastschüler auf.
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