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Ein Einblick in den 'Lehrplan' der Waldorfschule, der sich an den altersgemäßen Entwicklungsschritten orientiert.
Klassen 1-4
"Der Sonne liebes Licht - es hellet mir den Tag", mit diesen Worten des gemeinsamen Morgenspruchs beginnt der Unterricht in den Klassen 1-4. Die Lehrer begleiten und fördern liebevoll die kindliche Entwicklung im ganzheitlichen Sinn. Das bedeutet: Schreibenlernen der Buchstaben aus dem Bild; Lesen aus dem Schreiben (vom Tun zum Begreifen); Rechnen von der Ganzheit zur Vielfalt bei Zahl und Rechenarten.
Die in diesem Alter noch vorhandenen Nachahmungskräfte ermöglichen das Erlernen von Englisch und Französisch ab der 1. Klasse. Kraftvolles Schaffen schult die Sinne, fördert Aufmerksamkeit und Konzentration: Wolle waschen und kämmen, Fäden drehen, Stricken, Häkeln und Sticken im Handarbeitsunterricht am Klasse 1; Pflügen, Säen, Ernten, Dreschen und Backen (Ackerbauepoche); Messen, Mauern und Wiegen (Handwerk- und Hausbauepoche); Turnen, künstlerisches Erüben in Musik, Instrumentalunterricht und Eurythmie.

Das bildhafte Erzählen des Lehrers, das Einüben kleiner Szenen und das freudige Erleben von Klang, Reim und Rhythmus legen die Grundlage für phantasievolles Formulieren: Märchen, Fabeln, die Schöpfungsgeschichte und Sagen aus der nordischen Mythologie werden behandelt.

"Märchenecke"
Klassen 5-8
"Ich schaue in die Welt...", so beginnt der Morgenspruch ab der Klasse 5. Die Schüler richten nun ihren Blick verstärkt auf die äußeren Vorgänge des Lebens. Die Lehrer wecken in den Kindern die Vorstellung von Erde und Kosmos in ihrer Beziehung zum Menschen: Naturkunde von Mensch, Tier und Pflanze, Geographie, Mineralogie, Sternenkunde und Meteorologie werden unterrichtet. Erste Erfahrungen und Versuche mit den Kräften und Stoffen der Natur führen zu einem elementaren naturwissenschaftlichen Verständnis in Physik: Schall, Licht, Wärme, Elektrizität, Magnetismus, Mechanik und Chemie: Verbrennung, Salze, Laugen, Säuren, Ernährung. Das Nacherleben der Menschheitsentwicklung in der Geschichte vermittelt eine Orientierung in der Zeit. Wir betrachten jetzt vergangene Kulturzentren und -epochen in Altindien, Altpersien, Ägypten, Griechenland, Rom und Mittelalter, Entdecker und Erfinder in der Renaissance, industrielle Revolution bis zur Gegenwart.
Künstlerische und handwerkliche Geschicklichkeit werden in vielfältiger Weise geschult: Holzwerken, Gartenbau, Handarbeit (Nähen und Schneidern), Zeichnen, Eurythmie, Sport und Mitarbeit im Orchester der Mittelstufe. Während der 8. Klasse, in der Zeit der Pubertät, kann die Einstudierung und Aufführung eines Schauspiels die Schüler dazu führen, eine individuell gestaltete Gestik und Sprache zu entwickeln. außerdem fertigt jeder Schüler eine größere Arbeit an, deren Thema er selbst aussucht (Jahresarbeit).
Klassen 9-12
Angeleitet von Fachlehrern und Klassenbetreuern lernen die Oberstufenschüler Gesetze und Wesen der Dinge zu erfassen, aus eigener Kraft Urteile zu bilden, und die Richtung des eigenen Handelns zu bestimmen.
Diese Fähigkeiten werden ausgebildet in Naturwissenschaften und Technik, in den geisteswissenschaftlichen Fächern und in den Fremdsprachen, in Handwerk, Musik, Kunst, Eurythmie und Sport. Wahlmöglichkeiten im künstlerisch-handwerklichen Bereich und Differenzierung in den Sprachen ermöglichen es den Schülern, ihre individuellen Fähigkeiten und Neigungen auszubilden. Darüber hinaus lernen die Jugendlichen durch Praktika in eigener Tätigkeit Bereihe aus der Berufswelt kennen.
Klasse (12) 13
Vorbereitung auf die staatliche zentrale Abiturprüfung.
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