→ Elternbrief vom 10.04.2021
mit den Links zu den Formularen

→ Info an die Schulgemeinschaft vom 06.04.2021
mit Links zu den Formularen

→ Elterninformation zum 22.03.2021 - Selbsttestung
Hier finden Sie ebenfalls alle Erläuterungen und die Einverständniserklärungen
 

    TEMI 2020

    2020 war ich von August bis Ende Oktober in Temi.

    Landwirtschaft und Gärten

    Durch die Einschränkungen (wenig Besuche, kaum Ausflüge, keine Weinausstellungen…) waren die Menschen in Temi hauptsächlich in der eigenen Landwirtschaft tätig. Es wurde vieles angebaut: Kartoffeln, Paprika, Tomaten, Auberginen, Melonen, Bohnen, Haselnüsse auf den Feldern – Salat, Gurken, Tomaten, Kräuter im Gewächshaus – Zwiebeln, Knoblauch, Kräuter, Zucchini, Kürbis… in den Gärten. Die Ernte war reichlich und es wurde vieles eingemacht. Von der Weinernte konnten wir mehrere Tonnen rote und weisse Trauben an eine Weinfabrik im Dorf verkaufen. Weil wir dann viele Trauben am Tag ernten mussten, war es zeitweise sehr anstrengend und wir brauchten Unterstützung von Pflückerinnen aus dem Dorf. Einige Tonnen haben wir selbst in Kvevris zu neuem Wein verarbeitet. Wir haben roten und weissen Traubensaft gepresst, auf dem Feuer erhitzt und mehrere hundert Flaschen abgefüllt. Danach machten wir auch Saft aus unseren Granatäpfeln und Apfel- und Quittensaft.

    Korn, Mehl und Brot

    In unserem Korn hatte sich leider der Kornkäfer entwickelt und wir mussten den Silo entleeren, alles in Säcke füllen und zu einer alten sowjetischen Säuberungsmaschine ins Nachbardorf bringen, wo die Spreu vom Weizen (grössere und kleinere Körner) getrennt und in verschiedene Säcke abgefüllt wurde. Den Roggen haben wir auf Planen im Hof an der Sonne ausgebreitet, damit der Käfer sich dann verflüchtigte… Es war viel Schlepperei und unsere jungen Männer haben gute Arbeit geleistet. Wir haben eine mittelgrosse Tischmühle gespendet bekommen (vielen Dank!) und können nun für den Tagesbedarf selber mahlen. Nikusha hat gerne Mehl gemahlen und seine Hände in den Körnern gebadet und verlesen. Tiniko hat im Laufe des Jahres das Brotbacken übernommen. Wir backen jetzt mit reinem Sauerteig, ohne Hefe, ein gutes Vollkornbrot, und es haben sich auch alle einigermassen gewöhnt daran. Für Gebackenes aus der Küche (Kuchen, Chatschapuri etc.) nehmen unsere Köchinnen allerdings gekauftes Auszugs-Weissmehl, weil sie das Vollkornmehl nicht für fein-back-tauglich halten...

    Freiwillige und Temi in gekrönten Zeiten

    Als im März die Grenzen geschlossen wurden, haben unsere Freiwilligen sich entschieden, doch in Temi zu bleiben und in der Zeit, wo viele Mitarbeiterinnen zu Hause bleiben mussten, die Gemeinschaft weiterhin tatkräftig zu unterstützen. Das war eine grosse Erleichterung für alle. Die Freiwilligen konnten sich in vielen Bereichen einbringen und sind noch stärker mit den Menschen zusammengewachsen. Hier danken wir auch den “Freunden der Erziehungskunst“, die die jungen Menschen, trotz Rückkehrverweigerung, weiterhin vertraglich unterstützt haben. Das Taschengeld, das sie während der Schliessungszeit nicht benutzen konnten, haben die Freiwilligen zum Ende ihrer Dienstzeit zusammengelegt und zum Ausbau der Küchenterasse gespendet. So können jetzt viele BewohnerInnen an heissen Sonnentagen die Mahlzeiten im Freien geniessen. Vielen Dank!
    Trotz der unsicheren Reise- und Aufenthaltsbestimmungen, hat sich im Herbst wieder eine neue Gruppe von sechs Jahresfreiwilligen gefunden, die mit Engagement ihren Dienst in der Temi-Gemeinschaft aufgenommen haben. Im Oktober machten zwei Schülerinnen der 11.Klasse einer deutschen Waldorfschule ihr Praktikum in Temi. Auch Urta Schünemann und Renate Holst waren im Herbst wieder für einige Wochen in Temi zu Besuch.
    Ich musste meine Reise über fünf Monate aufschieben, da die Einreise nach Georgien mit dem Auto nicht erlaubt war. Das war traurig, hätte ich doch zu Zeiten der Schulschliessung gut mit den Kindern pädagogisch arbeiten können… Als keine Lockerung dieser Bestimmungen in Sicht war, die Einreise per Flug jedoch inzwischen möglich, habe ich, nach ewigem Hin und Her, den voll bepackten Bus in Deutschland einer uns bekannten Spedition übergeben und bin im August nach Georgien geflogen.
    Nachdem im November ein externer Mitarbeiter erkrankt und positiv auf Corona getestet worden war, wurde bei einer folgenden Durchtestung etwa ein Drittel der Gemeinschaft (mit Freiwilligen) positiv getestet. So ging Temi für zwei Wochen in Selbstisolation, und alle haben die Zeit praktisch symptomfrei gut überstanden, bekocht von unseren beiden (positiv getesteten) Köchinnen, die gleich die ganze Zeit über in Temi geblieben sind.

    Pädagogisches

    In der Zeit meines Aufenthaltes in Temi habe ich regelmässig mit Nikusha (14 J.) gearbeitet. Rhythmisches Grundrechnen, fortsetzendes Lesen eines Buches seiner Wahl (diesmal waren es Don Quichote und die Hobbits), Schreiben kleiner Aufsätze. Wir haben auf der Blockflöte Melodien geübt, die wir aus dem Singen herausgehört haben. Nikusha hat immer wieder Lieblingslieder, die er singt und sich anhört. Diese habe ich nach seinem Gehör auf der Blockflöte herausgesucht, bis sie passten, und dann haben wir wiederholentlich geübt - abwechselnd mit Gesang - auch im wechselseitigen Spiel.Das musikalische Üben ist grundlegend für Nikusha, weil er stark im Musikalischen lebt und ein gutes Gehör und eine gute Stimme hat. Zusammen mit Anano hat er auf der Harfe geübt, allein und mit Lisi (11 J.) gemeinsam auf der Panduri gespielt und gesungen. Lisi hat grosse Fortschritte gemacht auf der Panduri (ein traditionelles georgisches 4-Saiten-Instrument) und übt gerne mit den Freiwilligen, die das Instrument neu lernen. Sie kann im Spiel gut auf andere hören, hat eine sichere Singstimme und spielt und singt auch schön mit Nikusha zusammen. Lisi habe ich auch in den Hausaufgaben unterstützt. Sie braucht Zeit, damit sie angstfrei an Aufgaben herangeht, die sie nicht auf Anhieb versteht, aber ihr Wille dahin entwickelt sie stufenweise und freut sich, wenn es gelingt. Insgesamt ist sie selbstsicherer geworden und macht ihre Aufgaben achtsam und, wenn sie sie versteht, selbständig. Sie ist unternehmungslustig und immer gerne auf Ausflügen und Fahrten dabei. Barbare (8 J.) ist sehr geschickt und versteht die Aufgaben gut, ist aber sehr verspielt und lässt sich leicht ablenken. Wenn sie Bekanntes übt und ihren Konzentrationsraum hat, arbeitet sie schnell. Es hilft ihr, wenn sie eine begleitende Führung hat. Bei Tätigkeiten wie Backen und Kochen ist sie aufmerksam dabei und entwickelt eine gute Selbständigkeit.

    Unternehmungen

    Sura war im Januar wieder mit den Schulkindern und Freiwilligen in Bakuriani zum Skifahren bei gutem Schnee, was immer für alle ein grosser Spass ist.
    Im Sommer ist eine Gruppe von MitarbeiterInnen mit Frauen, Mädchen und den kleinen Kindern ebenfalls in unser Ferienhäuschen nach Bakuriani zur Erholung gefahren. Nikolosi hatte zu dieser Zeit Probleme mit seinem Darm und musste ins Krankenhaus gefahrenwerden. Zum Glück konnten die Schwierigkeiten behandelt werden. Über mehrere Wochen wurde das Verdauungssystem mit diätetischer Nahrung zu Hause wieder aufgebaut. Er hat sich sehr gut erholt, isst wieder und ist gesund.
    Ausflüge in der näheren Umgebung mit dem Fahrrad sind bei unseren Jugendlichen und den grossen Jungs, die Fahrradfahren können, sehr beliebt. Die Fahrt zum Weinfeld hat ihnen besonderen Spass bereitet – und die Weinernte zieht sich ja immer über einige Wochen hin. Für Petre und Nikusha habe ich im Transporter zwei Fahrräder mitgebracht – ein grosses Geschenk – und ein neuer Freiwilliger meinte, er könne sich die beiden gar nicht ohne Fahrräder vorstellen…
    Im Oktober, nach der Weinernte, haben wir eine mehrtägige Ferienfahrt gemacht, zu einem befreundeten Hof, etwa 40km von Gremi entfernt. Alle, die sicher sind, sind mit dem Fahrrad gefahren, zusammen mit unserer Freiwilligengruppe. Ich habe die Gruppe mit einigen weiteren Leuten, dem Gepäck und Essensvorräten mit dem Bus begleitet. Wir durften im Haus unserer Freundin übernachten und haben von dort aus Wanderungen und Fahrradtouren unternommen. Am Abend gab es immer Lagerfeuer im Hof mit Pandurispiel, Gesang und Spielen. Die heiß ersehnte Ferienfahrt hat allen sehr gut gefallen.
    Eine Fahrradtour mit mehrstündiger Wanderung bei schönstem Herbstwetter in die Berge, zum Kastanien sammeln in einem riesigen Wald, mit Blick auf den Kaukasus, hat die Kräfte unserer jungen Leute gut gefordert und viel Freude gebracht.

    Menschen

    Tamuna (28 J.) hat uns am Ende des Sommers mit ihrem Vater verlassen. Sie lebte über 15 Jahre in Temi. Sie war oft „zwischen den Stühlen“, und es ist uns immer wieder nur phasenweise gelungen, sie so zu integrieren, dass sie sich wohl gefühlt hat. Ihren Vater haben wir über die letzten zwei Jahre mit aufgenommen, und in dieser Zeit hat sie sich immer mehr zurückgezogen. Sie wollte selber aus Temi weg, als ihr Vater ging, und die Familie hat sie in einer psychiatrischen Institution untergebracht. Mari (29 J.) hat ihre 3-jährige Ausbildung als Heilerziehungspflegerin in Bruckfelde (D) im Sommer abgeschlossen und will, wie Nino, in Deutschland bleiben. Es geht ihr gut, sie hat eineschöne Wohnung in Überlingen gefunden und arbeitet erst einmal an ihrem Ausbildungsort weiter.Sie hilft uns weiterhin bei der Übersetzung von deutschen Texten ins Georgische.

    Spenden

    In diesem Jahr haben wir wieder einen schönen Transporter von der Firma Hustech gespendet bekommen. Er war vollgepackt mit vielen geschenkten Dinge für die Gemeinschaft. Der Transporter kam im September mit der Spedition in Georgien an und zum ersten Mal konnten wir den Inhalt zollfrei einführen, da die Wartezeit reichte, um die (mehrmals zu ändernden) notwendigen Papiere vom Finanzamt zu organisieren. Für meinen alten VW-Ausflugsbus habe ich ein Austauschgetriebe mitgebracht, und jetzt läuft er wieder, zur Freude der ganzen Gemeinschaft. Das Auto war mit Werkstattschränken bestückt, die nun in unserer Holzwerkstatt stehen, und es gab einige Handwerksmaschinen dazu, die wir ebenfalls gut gebrauchen können.
    Dann waren da viele gute Schuhe für alle, die wir von einer Familie aus Österreich als Spende bekommen haben. ...Viele Anziehsachen, Skier und Skischuhe, Campingsachen, Bettwäsche, Taschen, Stoffe, Handarbeitsartikel, Bügeleisen, Werkzeug, Computer, Spiele etc. fanden ihren Weg nach Temi. Der neue Transporter wurde zum Fensterbus mit Sitzen umgebaut und dient jetzt als Ausflugsbus. Vielen Dank allen Spenderinnen und Spendern und ZwischentransporthelferInnen!
    Der grosse überdachte Neuanbau an die Wäscherei, zum Wäsche aufhängen und trocknen, ist nun fertiggestellt, eine grosse, langersehnte Erleichterung für unsere Wäscherinnen. Eine kleine Stiftung hat uns dafür Geld gegeben.
    Einen grossen Teil der Spendengelder brauchen wir für die Lebenshaltungskosten der Menschen in Temi, die keine staatliche Unterstützung bekommen. Dazu gehören auch alle unsere Kinder. Hinzu kommen alle Sonderausgaben wie Brennholz für die Backstube, Arzt- und Zahnarztkosten, Arbeitergehälter, Reparaturen, Instandsetzungen, Gas, Diesel und Transportkosten etc.
    Wir danken von Herzen allen Menschen, die die Temi-Gemeinschaft unterstützen und laden Sie jederzeit gerne ein, uns zu besuchen und kennenzulernen!
    Februar 2021 Susanna Reinhart
    www.temi-community.org

    Kontakt (D) : Susanna Reinhart, Corinthstr. 61, D-10245 Berlin, Tel.: (+49) 030-420 13 877 mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! (CH): Dora Reinhart, Rain 21, CH-8614 Bertschikon / ZH, Tel.: 044-935 33 00
    Spenden (D) über die Freunde der Erziehunskunst Rudolf Steiners e.V., Berlin GLS Gemeinschaftsbank Bochum, BLZ 430 609 67, Kontonr. 130 420 10, Zweck Gremi, Projekt 6100
    IBAN DE47 4306 0967 0013 0420 10 | BIC: GENODEM1GLS

    Bericht als pdf-Datei

    Vorblicke

    Schwarzes Brett

    Wichtige Mitteilung aus dem Schulbüro vom 10.04.21

    Wichtige Mitteilung aus dem Schulbüro vom 10.04.21

    Wir freuen uns, liebe Schüler und Schülerinnen, euch ab Montag, den 12.04. bzw. den 19.04., im Szenario B in den bekannten Gruppeneinteilungen im Präsenzunterricht wiederzusehen!

    weiter lesen

    Nachfolger/in Blumengestaltung für die Schule

    Nachfolger/in Blumengestaltung für die Schule

    Liebe Eltern,

    nach 7 Jahren als "Blumenfrau" möchte ich diese Aufgabe aus zeitlichen Gründen abgeben.
    Haben Sie Freude an Blumen und Dekoration sowie frische, neue und kreative Gestaltungsideen?

    weiter lesen

    Wie geht es Dir?

    Wie geht es Dir?

    Schreibe uns deine Erlebnisse im Lockdown oder male ein Bild und teile es mit uns!

    weiter lesen