FÄCHER und UNTERRICHT

Aufbau und Fächerangebot

AUFBAU und FÄCHERANGEBOT der WALDORFSCHULE

Die Waldorfschule ist eine einzügige Gesamtschule, an der alle staatlichen Abschlüsse abgelegt werden können.

Von der ersten bis zur sechsten Klasse werden die SchülerInnen von dem Klassenlehrer/in geführt, der alle Wissensgebiete in 3-4 wöchigen Epochen, unterrichtet, die jeweils einander abwechseln. Dieser Hauptunterricht dauert jeden Morgen 110 Minuten und wird in den unterschiedlichen Klassen durch altersgemäße Projekte wie Land- oder Hausbau ergänzt.
Auch die Fremdsprachen Englisch und Französisch finden integriert in den Hauptunterricht oder auch als Fachunterricht bereits statt. Hinzu kommen weitere Fachstunden in Handarbeit und Eurythmie, Sport, Musik und Malen. Im Gegensatz zum Hauptunterricht, in dem der Klassenlehrer mit der gesamten Klasse arbeitet, werden die Schüler in den Fachunterrichten oft als halbe Klasse unterrichtet. Ausflüge und kurze Klassenfahrten runden das Geschehen im Unterricht ab und unterstützen die Bildung einer sozialen Gemeinschaft.
In der fünften und sechsten Klasse treten als weitere Fächer Werken und Gartenbau hinzu, die in Kleingruppen unterrichtet werden um die individuelle Förderung der Kinder zu gewährleisten. Auch besteht die Möglichkeit nun an dem Mittelstufenchor oder -orchester teilzunehmen.
Nach dem Ende der sechsten Klasse, dem Beginn der Pubertät, erfolgt oft ein Wechsel des Klassenlehrers: ein mit der Mittelstufenpädagogik besonders gut vertrauter Kollege übernimmt die Betreuung der Klasse und wird im Unterricht der sich stärker spezialisierenden Inhalte zunehmend von Fachkollegen aus der Oberstufe unterstützt so z. B. in Chemie oder Physik.
In der 8. Klasse stehen für jeden Schüler neben dem Epochen- und Fachunterricht zwei größere Projekte an, die jeweils einen festlichen öffentlichen Abschluss im Saal finden: die Abschlussarbeit und das Theaterprojekt.
Während sich der Schüler das Thema der Abschlussarbeit individuell wählt und sowohl praktisch als auch schriftlich selbständig daran arbeitet, stellt das Theaterprojekt eine Gemeinschaftsarbeit dar, in der neben dem Einsatz in den unterschiedlichen Rollen jeder Schüler auch noch eine Aufgabe in den Backstagegruppen, z. B. bei der Erarbeitung von Programmheft, Kostümen oder Kulissen übernimmt. Die abendliche Aufführung bildet stets einen Höhepunkt der 8. Klasse!


In der 9. Klasse, mit der die Oberstufe in der Waldorfschule beginnt, übernehmen zwei Klassenbetreuer die pädagogische Begleitung der Schüler. Die 3-4 wöchigen Epochen unterschiedlicher Unterrichtsgebiete werden beibehalten, nun aber von den verschiedenen Fachlehrern gegeben. Es finden Epochen in Geologie, Biologie, Geschichte, Deutsch, Mathematik, Physik, Chemie und als Besonderheit der Waldorfschule in Kunstgeschichte statt.
Gleichzeitig liegen im Nachmittagsunterricht 6 wöchige Epochen, deren Inhalte künstlerisch-handwerklich oder praktisch-naturwissenschaftlich oder sportlich ausgerichtet sind, und die teils als Pflicht-, teils als Wahlpflichtkurse unterrichtet werden.
Auch kommen in jeder Oberstufenklasse ca. 2-3 wöchige Praktika hinzu, die die Entwicklung der Schüler ihrer Entwicklung entsprechend in unterschiedlichen Bereichen fördern. So findet in der 9. Klasse ein Landwirtschaftspraktikum, in der 10. Klasse ein Feldmesspraktikum statt. Weiterhin sucht sich jeder der Schüler in der 10. Klasse einen Platz in einem Betrieb, um die Arbeitswelt, eventuell bereits im Hinblick auf seinen Berufswunsch kennen zu lernen.
In der 11. Klasse findet ein weiteres Praktikum, das Sozialpraktikum, statt und die ersten beiden Teile des vierteiligen „Waldorfabschlusses“, der aus der Studienfahrt, dem Eurythmieabschluss, einer Projektarbeit und dem Theaterprojekt besteht.
Zuerst wird ein Theaterstück als Gemeinschaftsprojekt mit der gesamten Klasse erarbeitet und öffentlich aufgeführt; und demgegenüber erstellen die Schüler eine individuelle Projektarbeit zu einem Thema ihrer Wahl, die der Altersstufe entsprechend den Charakter einer Facharbeit hat.
In der 12. Klasse erfolgt die Aufführung eines gemeinsam gestalteten Eurythmieabschlussesund als letzte gemeinschaftliche Unternehmung des gesamten Klassenverbands findet die Studienfahrt statt, die meist einen künstlerisch- kulturellen Schwerpunkt hat.
In der Regel nach den Herbstferien beginnt für diejenigen Schülerinnen und Schüler, die das Abitur in der 13. Klasse anstreben in entsprechenden Epochen und vor allem den Fachunterrichten die Vorbereitung auf das Abitur. Die Schülerinnen und Schüler, die den Realschulabschluss anstreben, werden weitgehend in ihrer homogenen Lerngruppe unterrichtet und auf den SEK I-Abschluss vorbereitet.
Als Abschluss-Angebot vor den mündlichen Prüfungen bieten die Sportlehrer den Schülerinnen und Schülern der 13. Klasse eine Wildwasser-Abschluss-Fahrt nach Österreich an, die in vielfacher Hinsicht eine Herausforderung, aber auch einen gelungenen Abschluss der gemeinsamen Schulzeit darstellt.

Biologie

Biologie ab Klasse 9

Entsprechend der Altersstufe und im Anschluss an die Natur- und Menschenkunde der Klassenlehrerzeit stellt sich die Frage: Wie kann der Biologie-Unterricht dem jungen Menschen helfen, einen eigenen Weg zur Welt und zu sich selbst zu finden?

In der 9. und 10. Klasse wird zunächst am Skelett des Menschen und durch die vergleichende Betrachtung mit den Tieren das Erfassen der vielfältigen Formen – auch durch ausgiebiges Zeichnen – geübt, um ein wirklichkeitsgemäßes Bild von der besonderen Eigenart des Menschen vor allem in seiner frei lassenden aufrechten Haltung zu erlangen.
Das Eingehen auf die inneren Organsysteme in ihrem Zusammenklang mit dem seelischen und geistigen Wesen ermöglicht ein weiteres, leichteres Einleben in die eigene Körperlichkeit.
Erst in der 11. Klasse wird unter anderem durch ein Mikroskopier-Praktikum der Blick geschärft und verengt auf die Zelle. Das Zusammenwirken der Organellen, das Eingefügtsein der einzelnen Zelle in den Organismus sowie die Bedeutung der Einzeller im Ökosystem der Erde weitet wiederum die Einsicht auf die großen Lebenszusammenhänge.
Über die Themen Fortpflanzung und Embryologie kann Verantwortungsgefühl gegenüber dem ungeborenen Leben entstehen.
In der 12. und 13. Klasse (auch als Vorbereitung für das Abitur) wird nun nach der Erarbeitung von Teilbereichen, vor allem der modernen Genetik und ihre technisch-machbaren Visionen, noch einmal ein zusammenfassender Überblick über die Evolution von Pflanze, Tier und Mensch angestrebt, um wiederum die Frage aufzuwerfen: So bist Du geworden, was wird aus Dir?

Eurythmie

Zur Eurythmie an der Waldorfschule

Die Eurythmie als „sichtbare Sprache“ und „sichtbare Musik“ entstand als neue Bewegungskunst am Anfang des 20.Jahrhunderts, als die Suche nach neuen Werten und Formen alle Kunstrichtungen ergriff. Sie entwickelte sich seit 1912 aus der Zusammenarbeit zwischen Rudolf Steiner und der jungen Tanzschülerin Lory Smits. Bald darauf kamen andere interessierte Menschen dazu und R. Steiners Frau Marie Steiner, Schauspielerin und Sprachgestalterin, setzte sich besonders für die Weiterentwicklung der Eurythmie ein.

Fachunterricht

alphabetisch geordnet
Fach Lehrerin/ -lehrer
Arbeitskunde Jens Kulle
Artistik Nico Cohrs
Biologie Nele Jaßmeier, Yvonne Lafére, Erich Rippberger, Rainer Umenhoffer
Buchbinden Christiane Pröhl
Chemie Rita Weber-Wied
Deutsch Michael Hänel, Marcus Opitz
Druckgraphik Sabine Harton
Englisch Arndt Lainck, Marisa McClure-Steinwachs, Sonja Molsen, Belinda Rund, Marc Tavener
Eurythmie Martina Fischer, Rafael Yaari
Eurythmiebegleitung Elisabeth Bock, Maximiliana Jaquinet, Lala Rudolph
Feldmessen Khadija Ayaz-Bustami, Nico Cohrs, Roya Tahami
Französisch Heleen Fermon, Julia Weingart, Carla Weinitschke
Gartenbau Marc Tavener
Geografie Nele Jaßmeier, Yvonne Lafère, Rainer Umenhoffer
Geologie Yvonne Lafére
Geom. Zeichnen/Darstellende Geometrie Khadija Ayaz-Bustami
Geschichte Michael Hänel, Marcus Opitz
Handarbeit Christine Conrad, Viola Thiere
"Hort"-Nachmittagsbetreuung (Wartebereich) Dagmar Haschke, Karolina Tkach, Christiane Pröhl
Informatik Khadija Ayaz-Bustami
Kostümschneiderei/Fundus Sabine Harton, Christine Conrad, Viola Thiere
Kunstgeschichte Rüdiger Haensel
Kunst Charlotte Geister, Rüdiger Haensel, Sabine Harton, Annika von Knoblauch
Mathematik Khadija Ayaz-Bustami, Nico Cohrs, Roya Tahami
Musik Jens Kulle, Christoph Hecht, Belinda Rund, Annika von Knoblauch
Orchester Jens Kulle
Physik Nico Cohrs
Lese- und Rechtschreibschwäche Rita Weber-Wied
Religion-Chr.Gem. Dagmar Haschke
Religion-evang. Ulf-Peter Irmer
Religion-fr.chr. Rafael Griebel, Rita Weber-Wied
Religion-kath. Barbara Mallek
Schmieden Felix Schanner-Fuchs
Schneidern Christine Conrad
Sozialkunde Michael Hänel, Jochen Ketels, Marcus Opitz
Sport/ Sportbegleitung André Regenthal, Belinda Rund, Christian Sturhan, Jens Kulle, Marisa McClure-Steinwachs, Annika von Knoblauch
Theaterprojekte Felix Schanner-Fuchs, Rüdiger Haensel, Sabine Harton, Vladislav Rozentuller
Werken, Schreinern Christiane Pröhl

Gartenbau

Das Fach wird von der 6. bis zur 10. Klasse gegeben. In den Klassen 6./7./8. erhalten die Schüler ganzjährig pro Woche eine Doppelstunde Gartenbau. In der Oberstufe (9./10. Kl.) findet der Unterricht epochal und nachmittags statt. Während einer etwa siebenwöchigen Epoche erhalten die Schüler pro Woche sechs Stunden Gartenbau. Der Schulgarten wird biologisch bewirtschaftet und liegt direkt am Schulhaus.

Geologie und Geografie

In der neunten Klassenstufe gilt es in die geologischen Prozesse einzutauchen:

Gesteinskunde: Magmatite, Sedimentgesteine, Metamorphite: Entstehung, Kennzeichen, Beispiele der Geologie und Besiedlungsgeschichte der Umgebung Göttingens, Erdgeschichte:

  • Entwicklung der Lebewesen in den verschiedenen Erdzeitaltern
  • Der Bildeprozess Europas ausgehend von dem alten Festlandskern in Skandinavien bis zu den Ablagerungen der jüngsten Eiszeit.
  • Morphologie: Die Naturgewalten formen die Landschaft.
  • Entwicklung der Lebewesen in den verschiedenen Erdzeitaltern
  • Der Bildeprozess Europas ausgehend von dem alten Festlandskern in Skandinavien bis zu den Ablagerungen der jüngsten Eiszeit.

In der zehnten Klassenstufe wird „die Erde als Ganzes” entdeckt:

  • Die feste Erde erscheint beweglich durch die Verschiebung der Kontinente und die Prozesse im Erdinnern mit ihren Auswirkungen bis zum Polarlicht.
  • Die wässrige Erde mit ihren Meeresströmungen, Gezeiten und dem Wasser als Vermittler zwischen fest und gasförmig (eine wichtige Lebensgrundlage).
  • Die Lufthülle wird mit ihren zahlreichen meteorologischen Erscheinungen beschrieben.

In der elften Klassenstufelernt man die Erde als Lebens- und Wirtschaftsraum kennen:

  • Die Klima- und Vegetationszonen
  • Die natürlichen Grenzen der Bewirtschaftung
  • Herstellung und Handel mit Agrarprodukten
  • Bodenschätze und Energieversorgung
  • Weltwirtschaftliche Verflechtungen

Ergänzend oder anstelle dazu können auch kulturgeographische Gesichtspunkte am Beispiel einzelner Erdteile besonders vertieft werden.

In der zwölften Klassenstufe werden die „Kulturkreise der Erde“ betrachtet:

  • Kennzeichen der verschiedenen Kulturkreise
  • Wechselwirkungen zwischen den Kulturkreisen
  • Weltpolitik

Handarbeit

Warum und Wozu Handarbeit an unserer Schule?

An unserer Schule haben alle Schülerinnen und Schüler 8 Jahre lang zwei Stunden Handarbeit pro Woche sowie in Klasse 9/10 je eine Pflicht- und eine freie Nachmittagsepoche Schneidern bzw. Modedesign. Damit nimmt dieses Fach verglichen mit Staatsschulen einen recht großen Raum ein. Warum hat Rudolf Steiner das vorgeschlagen und was nützt das Ihren Kindern? Ist es nicht veraltet, Jungen und Mädchen häkeln und Strümpfe stricken zu lassen?

Kunst

Kunst in der Oberstufe

Oft schon in der 8. Klasse und schließlich dann ab der 9. Klasse bis hin zur 13. wird der Kunstunterricht von Fachlehrern fast ausschließlich in Doppelstunden (halbe Klasse) erteil, sodass die Schülerinnen und Schüler in der Regel zweimal wöchentlich über ein Halbjahr hinweg unterschiedliche künstlerische Techniken erlernen und ihre gestalterischen Fähigkeiten an Aufgaben erproben.

Mathematik

Durch klares Denken und genaues Erfassen von Strukturen wird Sicherheit im Erkennen von Zusammenhängen als eine Grundfähigkeit des verantwortlich und frei handelnden Menschen angestrebt.

Die Beschäftigung mit der Darstellenden Geometrie in der 9. Klasse fördert neben der räumlichen Vorstellungskraft das exakte Wahrnehmen und zeichnerische Umsetzen flächiger und dreidimensionaler Figuren, die durch ihre innere Gesetzmäßigkeit hohen ästhetischen Ansprüchen genügen können. In der 10. Klassewerden die aus der Trigonometrieepoche erworbenen Kenntnisse in einem Vermessungspraktikum eingesetzt. Formen des beweglichen Denkens werden in der Projektiven Geometrie in der 11. Klasse geübt.

Physik

Der Physikunterricht in der Oberstufe der Freien Waldorfschule Göttingen erfolgt in jeweils einer 3-4 wöchigen Epoche pro Schuljahr. Während einer Epoche haben die Schüler täglich, während der sogenannten Hauptunterrichtszeit, etwa anderthalb Stunden Physik.

Der Einstieg in die jeweilige Epoche variiert. Themen, welche die Klasse gerade beschäftigen, können aufgegriffen und behandelt werden. Die Schüler müssen nicht nur fachlich da abgeholt werden, wo sie stehen: Der Schulalltag an einer Waldorfschule gestaltet sich besonders in der 11. und 12. Klasse mit den Praktika, dem Klassenspiel und den Jahresarbeiten mitunter recht kräftezehrend, da heißt es auch für den Physiklehrer, auf die emotionale und soziale Situation der Klasse einzugehen. Trotz all der Turbulenzen strahlt aber bis in den Physikunterricht hinein, dass man es mit zunehmend gereifteren jungen Menschen zu tun hat, die gelernt haben, sich und ihre Umwelt wahrzunehmen und Eigenes zu entwickeln.
Gerade in der Optik-Epochein der 12. Klasse, mit ihrer speziellen Art der Einbindung des menschlichen Beobachters ins Experiment, kann es gelingen, diese Entwicklung aufzunehmen und den Schülern einen individuellen Zugang, gerade was die Betrachtung physikalischer Phänomene angeht, zu verschaffen. Auch für Schülerinnen und Schüler, welche der Physik in den Jahren vorher distanziert gegenüber standen, ist ein Neuanfang möglich. Durch die intensive Beschäftigung mit einem abgegrenzten Teilbereich der Physik in der Langzeitarbeit werden tiefere Einblicke in die Denkweisen der Wissenschaft gewonnen, was für die Wahl des späteren Lebensweges von Bedeutung sein kann.

Themen in den Klassenstufen

9. Klasse:

Physik und Technologie
Dampfmaschinen (Wärmelehre),
Verbrennungsmotoren, Telefon (Elektromagnetismus)

10. Klasse:

Mechanik
Mathematische Formulierung der Physik
(Geschwindigkeit, Beschleunigung, Kraft)

11. Klasse:

Elektromagnetismus
Elektrostatik, Feldbegriff,
Induktion, Strahlung

12. Klasse:

Optik, Astronomie und Atomphysik
Photometrie, Schatten, Spiegel,
Brechung, optische Instrumente, Beugung
Mikro- und Makrokosmos

Religionsunterricht

Zum Religionsunterricht an der Freien Waldorfschule Göttingen

Die Freie Waldorfschule Göttingen bietet vier verschiedene Religionsunterrichte an:

  • den römisch-katholischen Unterricht;
  • den evangelischen Unterricht;
  • den Unterricht der Christengemeinschaft;
  • den freien (frei von konfessionellen Bindungen) christlichen Unterricht.

Da die Waldorfschule keine Weltanschauungsschule ist, bleibt die Wahl des Religionsunterrichtes den Eltern und – je nach Altersstufe – den Jugendlichen überlassen. Der konfessionelle Unterricht wird von den jeweiligen Vertretern der Kirchen in eigener Verantwortung und nach eigenem Lehrplan erteilt. Den freien christlichen Unterricht erteilen die dafür eingesetzten Lehrer der Waldorfschule in enger Anbindung an den allgemeinen Lehrplan der Waldorfschule.

Allgemeine Ziele des freien christlichen Unterrichtes sind:
  • Entwicklung und Pflege des religiösen Empfindens gegenüber allen Erscheinungen der Welt; Wecken der Ehrfurcht vor dem Göttlichen, Menschlichen und Natürlichen.
  • Exemplarische Vertrautheit mit der christlichen Überlieferung, dem Legendenschatz, dem Alten und Neuen Testament; Erleben des christlichen Jahreslaufes und seiner Feste; Schicksalsbegriff.
  • Entwicklung des Christentums; Überblick über die Weltreligionen; Verständnis für das Glaubensgut und die Kulte der Weltreligionen.
  • Ethische Fragen innerhalb des gegenwärtigen Lebens; Gewissen und innere Verantwortung des einzelnen Menschen; Vorbereitung auf prinzipielle Lebensentscheidungen des jungen Menschen.

(Allgemeine Ziele zitiert aus: Tobias Richter: pädagogischer Auftrag, Unterrichtsziele und Lehrinhalte der Waldorfschule)

Sozialkunde

Der Unterricht orientiert sich an der Herausforderung, sich in die bestehende Zeitsituation in einer solchen Weise hineinzufinden, dass man in ihr leben und tätig sein kann und sich gleichzeitig nicht in ihr als gegebener Norm verliert, sondern sich der menschenabhängigen Veränderbarkeit dieser zeitgebundenen Verhältnisse bewusst wird.

Die Kenntnis und Reflexion von Grundzügen der gegenwärtigen Ordnungen im politischen, rechtlichen, wirtschaftlichen und allgemeinen gesellschaftlichen Umfeld ermöglicht einen selbstsicheren sowie kritik- und handlungsfähigen Umgang mit ihnen.
Neben der Beschäftigung mit dem Gewordenen soll die Betrachtung von in der Vergangenheit oder der Gegenwart geschaffenen Projekten, Modellen und gesellschaftlichen Alternativkonzepten eine vertiefte innere Auseinandersetzung anregen, aus der sich ein erstes aktives Engagement entwickeln kann (10. und 11. Klasse).