Zur Entstehung des Waldorf-Volleyball-Pokals

Ursprünglich war für den Pokal eine Plastik aus Ton vorgesehen, was jedoch wegen Zeitmangel als Konzept verworfen wurde.

Das Motiv blieb jedoch das gleiche: Fünf stilistische Figuren die, auf einem fünfeckigen Sockel stehend, gemeinsam einen Volleyball "hochhalten" , auf dem Sockel sollte noch die Inschrift und auf dem Volleyball noch das Logo der Freien Waldorfschule Göttingen eingraviert werden. Als Grundthema wird dabei immer wieder direkt oder indirekt auf den Fünfstern bzw. das Fünfeck angespielt, welche insbesondere in der Waldorfpädagogik eine besondere Rolle spielen. Auch der Gemeinschafts- und Teamgedanke soll durch die fünf Figuren verdeutlicht werden.
Als Material wurde dann letztendlich Holz ausgewählt, in diesem Fall das einer über 700 Jahre alten Gerichtslinde aus dem Göttinger Raum, also ein echtes Stück lokaler Geschichte.
Zunächst wurden einige Holzbohlen zunächst glatt gehobelt und dann zu einem Block geleimt und dann an der Kreissäge in eine gute Form zur Weiterverarbeitung gebracht.
An dieser Stelle ist ein ganz besonderer Dank an unsere Werk- und Buchbindelehrerin Christiane Pröhl zu richten, die nicht nur alle nötigen Ressourcen und Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hat, sondern über dies vor allem bei der Herstellung des Rohlings und den dabei zu bedienenden Maschinen die Zügel in der Hand behielt.
Der Rohling wurde dann an der Wipp-Drechselbank weiterbearbeitet. Hier wurden mit Hilfe einer zuvor angefertigten Schablone das Profil der Figuren und der Ball herausgearbeitet. Anschließend wurde die Rückansicht einer jeden Figur mit einer zweiten Schablone auf das gedrechselte Werkstück übertragen und die Zwischenräume der einzelnen Figuren mit dem Holzbeitel ausgestemmt um die Figuren plastischer zu gestalten und einen Kontrast zu erzeugen zwischen glatten Höhen und geschnitzten Tiefen. Auch der separat angefertigte Sockel wurde zunächst mit einer japanischen Zugsäge in seine fünfeckige Form gebracht und dann mit dem Beitel weiterbearbeitet, wobei eine Fläche glatt belassen wurde für die spätere Inschrift.
Der Volleyball erhielt lediglich seine charakteristischen Fugen und das Symbol der Freien Waldorfschule Göttingen. Anschließend wurde in mühseliger Detailarbeit die Inschrift in den Sockel graviert und dieser mit dem eigentlichen Pokal verdübelt. Dann wurde noch die Signatur des Künstlers in die Unterseite des Pokals graviert und abschließend, um die individuelle Oberfläche hervorzuheben und das Holz zu schützen, wurde der Pokal mit Flüssigwachs behandelt.
Bis zu diesem Zeitpunkt steckten bereits über 21 Arbeitsstunden an Drechsel, Schleif Schnitzarbeiten in diesem Pokal, ein Aufwand, der sich im Endergebnis widerspiegelt.
Bericht von Artur von Nostitz-Wallwitz

→ Waldorfschule aus Prien gewinnt die 23. Waldorf-Volleyballmeisterschaften
→ Ergebnisse + Informationen
→ Göttinger Waldorf-Schule feiert 40. Geburtstag mit Deutscher Volleyball-Meisterschaft
→ Deutsche Volleyball-Meisterschaft der Waldorfschulen in Göttingen