Waldorfschule aus Prien gewinnt die 23. Waldorf-Volleyballmeisterschaften

22 Teams aus ganz Deutschland. 14 Schulen. Ein Pokal. Während draußen die Frühlingssonne den Tag erwärmt, schwitzen die Volleyballspieler im Schatten der Halle, konkurrieren um den 1. Platz, als Preis wartet ein beeindruckender Pokal, von einem Schüler aus Holz geschnitzt, und der Titel des Volleyballmeisters.

Von Flensburg über Hildesheim bis Prien und sogar aus Salzburg, Österreich, reisen Waldorfschüler von 13 bis 19 Jahren am Freitag, den 29. März nach Göttingen an, um an den 23. Waldorf-Volleyballmeisterschaft teilzunehmen. Die Schüler kommen am Nachmittag an, während an der Freien Waldorfschule Göttingen noch schnell die letzten Vorbereitungen für das Turnier getroffen werden. Die Klassenräume sind als Schlafsäle für die Neuankömmlinge hergerichtet. Wegweiser werden im ganzen Schulgebäude aufgehängt, damit die Spieler den Weg zwischen den Klassenzimmern, Mensa und den Sporthallen finden. Die letzten Volleyballnetze sind aufgestellt, dann ist es soweit.
Um 16.30 Uhr Anpfiff für das erste Spiel. Auf vier Feldern in zwei Turnhallen wird meist parallel gespielt, in der Turnhalle der Hainbundschule und der Weender Sporthalle. Wer eine der Hallen betritt, dem kommt die aufgeregte und angespannte Stimmung entgegen. Dazwischen Pfiffe der Schiedsrichter, die Anfeuerrungsrufe der Zuschauer und die Ermutigungen und Anweisungen der Trainer: „Weiter so!“, „Tief stehen!", „Schön gemacht!“ hallt es über die Spielfelder. Einige der Schüler sind schon seit mehreren Jahren bei den Turnieren dabei, andere erleben es zum ersten Mal. Die Spannung und der Druck steigen für die, die weitergekommen sind. Auch für die Göttinger Teams, die Heimspieler.
Die letzten Jahre hat die Waldorfschule Göttingen den 13. und 11. Platz gemacht, wie weit würden sie diesmal kommen? Den Pokal zu erhalten, als Heimteam den 1. Platz zu erreichen, ist der Traum der Spieler. Die Göttinger Teams schlagen sich tapfer. Nach ein paar Niederlagen und einigen Gewinnen stehen sie am Sonntag, 10 Uhr morgens, dem Team aus Benefeld gegenüber. Dieses Spiel entscheidet, ob Göttingen ins Halbfinale kommt. Für diese Runde sind Schüler, Freunde, Eltern und Lehrer zum Zuschauen gekommen und feuern sie rund um das Feld an. Den 1. Satz (Runde) gewinnt Göttingen. Den 2. verlieren sie, mit zwei Punkten Differenz, ganz knapp an Benefeld. Die Zuschauer nicken enttäuscht aber stolz. Es war ein gutes Spiel. So kommt Göttingen auf den 7. Platz.
Im Halbfinale schlagen die beiden Teams aus Prien ihre Gegner und so spielt im Finale letztendlich Prien 1 gegen Prien 2. Die aufregende und neugierige Stimmung ist weg, denn welche Schule und Stadt gewinnt, steht bereits jetzt schon fest. Das Finale läuft ab wie auch im letzten Jahr, wo sich bereits auch schon die beiden Prien-Mannschaften gegenüberstanden. Drei Jahre in Folge haben sie sich so den 1. Platz erkämpft. Frust bei den anderen Teilnehmern. Schon wieder Prien ... Vielleicht spornt dies für die Zukunft an, dass auch andere gewinnen können?
Auf jeden Fall war es ein gelungenes Turnier, welches jedes Jahr – und nicht nur zum Volleyballspielen – stattfindet, sondern auch zum Knüpfen von Kontakten und sich Kennenlernen in ganz Deutschland beiträgt.
Infos
Das Turnier eröffneten am Samstag offiziell der Ortsbürgermeister von Göttingen-Weende, Hans-Albert Ludolph, der Vorsitzende des städtischen Sportausschusses Dr. Thomas Häntsch, als Vertreter der Schule Christoph Hecht und die Schülerin Charlotta Herrmann. Die Gewinner durften den von einem Schüler aus der 12. Klasse angefertigten Pokal nach Hause nehmen, der aus einem 600jährigen Holzstück entstanden ist, welches schon seit 30 Jahren in der Waldorfschule Göttingen lag.
Bericht von May Wyss