Physik

Der Physikunterricht in der Oberstufe der Freien Waldorfschule Göttingen erfolgt in jeweils einer 3-4 wöchigen Epoche pro Schuljahr. Während einer Epoche haben die Schüler täglich, während der sogenannten Hauptunterrichtszeit, etwa anderthalb Stunden Physik.

Der Einstieg in die jeweilige Epoche variiert. Themen, welche die Klasse gerade beschäftigen, können aufgegriffen und behandelt werden. Die Schüler müssen nicht nur fachlich da abgeholt werden, wo sie stehen: Der Schulalltag an einer Waldorfschule gestaltet sich besonders in der 11. und 12. Klasse mit den Praktika, dem Klassenspiel und den Jahresarbeiten mitunter recht kräftezehrend, da heißt es auch für den Physiklehrer, auf die emotionale und soziale Situation der Klasse einzugehen. Trotz all der Turbulenzen strahlt aber bis in den Physikunterricht hinein, dass man es mit zunehmend gereifteren jungen Menschen zu tun hat, die gelernt haben, sich und ihre Umwelt wahrzunehmen und Eigenes zu entwickeln.
Gerade in der Optik-Epoche in der 12. Klasse, mit ihrer speziellen Art der Einbindung des menschlichen Beobachters ins Experiment, kann es gelingen, diese Entwicklung aufzunehmen und den Schülern einen individuellen Zugang, gerade was die Betrachtung physikalischer Phänomene angeht, zu verschaffen. Auch für Schülerinnen und Schüler, welche der Physik in den Jahren vorher distanziert gegenüber standen, ist ein Neuanfang möglich. Durch die intensive Beschäftigung mit einem abgegrenzten Teilbereich der Physik in der Langzeitarbeit werden tiefere Einblicke in die Denkweisen der Wissenschaft gewonnen, was für die Wahl des späteren Lebensweges von Bedeutung sein kann.

Themen in den Klassenstufen

9. Klasse:

Physik und Technologie
Dampfmaschinen (Wärmelehre),
Verbrennungsmotoren, Telefon (Elektromagnetismus)

10. Klasse:

Mechanik
Mathematische Formulierung der Physik
(Geschwindigkeit, Beschleunigung, Kraft)

11. Klasse:

Elektromagnetismus
Elektrostatik, Feldbegriff,
Induktion, Strahlung

12. Klasse:

Optik, Astronomie und Atomphysik
Photometrie, Schatten, Spiegel,
Brechung, optische Instrumente, Beugung
Mikro- und Makrokosmos

Biologie

Biologie ab Klasse 9

Entsprechend der Altersstufe und im Anschluss an die Natur- und Menschenkunde der Klassenlehrerzeit stellt sich die Frage: Wie kann der Biologie-Unterricht dem jungen Menschen helfen, einen eigenen Weg zur Welt und zu sich selbst zu finden?

In der 9. und 10. Klasse wird zunächst am Skelett des Menschen und durch die vergleichende Betrachtung mit den Tieren das Erfassen der vielfältigen Formen – auch durch ausgiebiges Zeichnen – geübt, um ein wirklichkeitsgemäßes Bild von der besonderen Eigenart des Menschen vor allem in seiner frei lassenden aufrechten Haltung zu erlangen.
Das Eingehen auf die inneren Organsysteme in ihrem Zusammenklang mit dem seelischen und geistigen Wesen ermöglicht ein weiteres, leichteres Einleben in die eigene Körperlichkeit.
Erst in der 11. Klasse wird unter anderem durch ein Mikroskopier-Praktikum der Blick geschärft und verengt auf die Zelle. Das Zusammenwirken der Organellen, das Eingefügtsein der einzelnen Zelle in den Organismus sowie die Bedeutung der Einzeller im Ökosystem der Erde weitet wiederum die Einsicht auf die großen Lebenszusammenhänge.
Über die Themen Fortpflanzung und Embryologie kann Verantwortungsgefühl gegenüber dem ungeborenen Leben entstehen.
In der 12. und 13. Klasse (auch als Vorbereitung für das Abitur) wird nun nach der Erarbeitung von Teilbereichen, vor allem der modernen Genetik und ihre technisch-machbaren Visionen, noch einmal ein zusammenfassender Überblick über die Evolution von Pflanze, Tier und Mensch angestrebt, um wiederum die Frage aufzuwerfen: So bist Du geworden, was wird aus Dir?

Geologie und Geografie

In der neunten Klassenstufe gilt es in die geologischen Prozesse einzutauchen:

Gesteinskunde: Magmatite, Sedimentgesteine, Metamorphite: Entstehung, Kennzeichen, Beispiele der Geologie und Besiedlungsgeschichte der Umgebung Göttingens, Erdgeschichte:

  • Entwicklung der Lebewesen in den verschiedenen Erdzeitaltern
  • Der Bildeprozess Europas ausgehend von dem alten Festlandskern in Skandinavien bis zu den Ablagerungen der jüngsten Eiszeit.
  • Morphologie: Die Naturgewalten formen die Landschaft.
  • Entwicklung der Lebewesen in den verschiedenen Erdzeitaltern
  • Der Bildeprozess Europas ausgehend von dem alten Festlandskern in Skandinavien bis zu den Ablagerungen der jüngsten Eiszeit.

In der zehnten Klassenstufe wird „die Erde als Ganzes” entdeckt:

  • Die feste Erde erscheint beweglich durch die Verschiebung der Kontinente und die Prozesse im Erdinnern mit ihren Auswirkungen bis zum Polarlicht.
  • Die wässrige Erde mit ihren Meeresströmungen, Gezeiten und dem Wasser als Vermittler zwischen fest und gasförmig (eine wichtige Lebensgrundlage).
  • Die Lufthülle wird mit ihren zahlreichen meteorologischen Erscheinungen beschrieben.

In der elften Klassenstufe lernt man die Erde als Lebens- und Wirtschaftsraum kennen:

  • Die Klima- und Vegetationszonen
  • Die natürlichen Grenzen der Bewirtschaftung
  • Herstellung und Handel mit Agrarprodukten
  • Bodenschätze und Energieversorgung
  • Weltwirtschaftliche Verflechtungen

Ergänzend oder anstelle dazu können auch kulturgeographische Gesichtspunkte am Beispiel einzelner Erdteile besonders vertieft werden.

In der zwölften Klassenstufe werden die „Kulturkreise der Erde“ betrachtet:

  • Kennzeichen der verschiedenen Kulturkreise
  • Wechselwirkungen zwischen den Kulturkreisen
  • Weltpolitik